WhatsApp Alternative Facebook Messenger? – JA!

Die Diskussion geht den Meisten bestimmt schon lange auf die Nerven und die Anderen stören sich einfach gar nicht dran. Dennoch ist das Thema Datenschutz eines, was eigentlich jeden angeht. Gerade die Leute, welche auf dem ewigen Begleiter der Neuzeit, dem Smartphone, Kontakte gespeichert hat. Deshalb für alle Interessierten hier mal ein kleiner aber feiner Unterschied zwischen den Datenklaudiensten von Facebook.

WhatsApp und Datenschutz geht nicht!

So einfach ist das! Es liegt daran, dass die WhatsApp ohne den Zugriff auf die Handynummer und das Telefonbuch nicht ermitteln kann, wen ihr kennt und per WhatsApp kontaktieren könnt. Problematisch für den Datenschutz ist das nur, weil ihr von jedem Kontakt in eurer Liste eigentlich eine schriftliche Freigabe braucht, um diese Daten an WhatsApp zu übermitteln. Denn WhatsApp bzw. Facebook verkauft diese Daten an Dritte.

Da es an dieser Datenübertragung keinen Weg vorbei gibt, außer WhatsApp nicht zu benutzen, ist also Datenschutz (nach deutschem Verständnis) nicht möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass Freunde und Verwandte euch für die Nutzung von WhatsApp und WhatsApp Alternativen verklagen ist bestimmt gering, aber man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Deshalb wollen wir einmal genauer in die WhatsApp schauen.

WhatsApp und der Wert von Informationen

Ein Blick in die Datenschutzerklärung von WhatsApp müsste eigentlich allen Benutzern einen kalten Schrecken einjagen. Warum dies nicht so ist, lässt sich nur durch zwei Möglichkeiten erklären:

  1. Die WhatsApp Benutzer haben kein Interesse an ihren intellektuellen Rechten oder…
  2. …sie verstehen nicht, was gesagt wird.

Bei Ersterem können wir und ich nicht behilflich sein und wünschen an dieser Stelle einfach nur viel Spaß, bis es sich irgendwann eventuell mal ausgelacht hat. Bei Nummer zwei schaffen wir jetzt direkt Abhilfe. Nehmen wir uns einfach die zentralen und wichtigsten Stellen aus der Datenschutz- und Nutzungserklärung von WhatsApp vor. Diese stellen auch eindrucksvoll da, warum Facebook bereit war, den Dienst für soviele Milliarden zu kaufen. Ebenso zeigen sie auch, warum WhatsApp wohl nicht so einfach auf Datenverschlüsselung umsteigen kann, will und wird.

The WhatsApp Service allows WhatsApp users to submit status text, profile photos and other communications submitted by you, as well as the automatic submission of your ?last seen? status (collectively, the „Status Submissions“). WhatsApp Terms of Service, 5. User Status Submissions, A

Übersetzt werden hier erst einmal alle Daten, welche durch WhatsApp laufen in den Wortlauf „Status Submission“ gefasst. Dies hilft, wenn ein Benutzer die Erklärung nach „Photo rights“ oder Ähnlichem durchsucht. Man stößt dann nämlich nur auf einen weiteren Abschnitt, welcher so nicht wirklich nach Diebstahl ausschaut.

[…] by submitting the Status Submissions to WhatsApp, you hereby grant WhatsApp a worldwide, non-exclusive, royalty-free, sublicenseable and transferable license to use, reproduce, distribute, prepare derivative works of, display, and perform the Status Submissions in connection with the WhatsApp Service and WhatsApp’s (and its successor’s) business, including without limitation for promoting and redistributing part or all of the WhatsApp Service (and derivative works thereof) in any media formats and through any media channels. […] The foregoing license granted by you terminates once you remove or delete a Status Submission from the WhatsApp Service. WhatsApp Terms of Service, 5. User Status Submissions, B (ii)

Übersetzt werden hier die „Status Submissions“ mit allen Nutzungs-, Vervielfältigungs-, Vertriebs- und Aufführungsrechte an WhatsApp übergeben. Da sich dies aber nun eben nicht nur auf den Status (Stephan Plesnik is using WhatsApp) bezieht, sondern auf wirklich alle Texte, Bilder, Videos, Audiodateien, Kontaktdaten, etc. bezieht, sollten jetzt alle mal kurz nachdenken, was das heißt.

Konsequenzen der WhatsApp für Photographen

Gehen wir doch mal hin, machen ein geniales Bild und schicken es per WhatsApp kurz einem Freund. Nun haben wir die Nutzungsrechte an WhatsApp abgegeben.

WhatsApp, übersetzt Facebook, darf diese Bild nun als kommerzielles Werbemittel einsetzen und schuldet niemand Rechenschaft. Bedeutet Facebook darf das Bild für Werbezwecke verkaufen und alle Gewinne vollkommen legal selber einstreichen.

Natürlich darf der Photograph (Urheber) das Bild ebenso verwenden und schuldet Facebook nichts. Aber die entgangenen Einnahmen am Werbegewinn den Facebook erzeugt, könnte unter Umständen schmerzen.

Konsequenzen der WhatsApp für Musiker und Bands

Ihr habt gerade den besten eurer Songs aufgenommen und schickt natürlich direkt eine WhatsApp mit dem finalen Mix an eure Freunde, damit sie unverzüglich in den Genuss eures neuen Meisterwerks kommen. Wie bei den Photos gehört WhatsApp dieser Songs jetzt. Übersetzt heist das: Wird euer Song erfolgreich, darf Facebook damit werben ohne euch nur einen Cent auszubezahlen. Ebenso schuldet euch Facebook keine Tantiemen für Aufführungen. Nur zur Erinnerung Spotify mag zwar nicht viel an Musiker zahlen, aber sie zahlen immerhin etwas.

Viel Spaß beim panischen Löschen eurer Bilder, Videos, Lieder und Nachrichten aus der WhatsApp. Die müssen selbstverständlich aus allen Chats einzeln entfernt werden, Nachricht für Nachricht. Denn jede Nachricht ist eine individuelle Zustimmung zur Datenschutzerklärung.

WhatsApp Alternative Facebook Messenger | WhatsApp Facebook Friends

WhatsApp Alternative Facebook Messenger?

Zunächst sei gesagt, dass bei Facebook und auch dem Messenger die Datenschutzklauseln der WhatsApp in ähnlicher Form ebenfalls greifen. Hier rate ich also auch jedem tunlichst keine evtl. wertvollen Bilder, Videos, Songs oder Texte einzustellen. Dazu kommt, dass bei Facebook und dem Messenger die Klausel, der Löschung nicht zutrifft, da bei Facebook alles nur archiviert wird. Clever, denn wer nicht löscht, nimmt auch seine Rechte nicht in Anspruch. 🙂

Der Facebook Messenger ist eine WhatsApp Alternative; zumindest für iPhone und iPad oder iDevice Nutzer. Das Apple Betriebssystem iOS kommt von Hause aus mit einer dem Datenschutz sehr konformen Rechteverwaltung. Dies kommt euch bei der Nutzung der WhatsApp Alternative „Facebook Messenger“ zu Gute. Beim ersten Start, fragt dieser ebenfalls nach Handynummer, Kontakte einladen und Freunde informieren, doch es ist kein Zwang dies zu erlauben. Wer genau hinsieht, hat immer die Wahl dem Facebook Messenger alle diese Informationen zu verwehren. Die Nutzung der WhatsApp Alternative wird davon in keinerlei Hinsicht beeinträchtigt. Solange Ihr also beim ersten Start, nach der Installation, hartnäckig „NEIN“ sagt und die Fragen überspringt (das berühmte facebooksche „Jetzt nicht“), so könnt ihr allen Facebook Freunden fröhlich schreiben ohne Facebook über den Facebook Messenger mehr über eure Kontakte zu verraten.

Wichtig ist hierbei, dass Zugriffe auf Fotos und Videos während der Nutzung erlaubt werden können. Facebooks Nutzungsbedingungen beinhalten die Übergabe der Nutzungsrechte für alle Medien, die zu Facebook übertragen werden. Somit gehört Facebook das Recht jedes Bild und Video, welches ihr im Facebook Messenger verschickt, für Werbezwecke zu nutzen. Dies ist bei der WhatsApp natürlich genau so!

Android und Windows Nutzer schauen bei dem Komfort, der iOS Features leider in die Röhre. Hier gibt es nur die Möglichkeit, der App alle Zugriffe, die sie möchte zu erlauben oder eben zu verwehren. Da helfen dann Apps wie Threema. Leider sind deren Popularität, zwar hinter Facebook und WhatsApp weit abgelegen, aber vielleicht können wir das ja gemeinsam ein bisschen ändern und mehr Bewusstsein für Privatsphäre schaffen.

In diesem Sinne.

Stephan Plesnik ist freiberuflicher Multimediaproduzent und in den Bereichen Webdesign, Marketing und Cloud Services für die Ing.-Büro Dr. Plesnik GmbH tätig. Er ist für die visuelle Konzeption und Gestaltung unseres Unternehmensauftritts verantwortlich und hält regelmäßig Vorträge zum Online-Datenschutz und Internetsicherheit.