Wie müssen Arbeitgeber mit meinen Bewerbungsunterlagen umgehen?

In der Praxis werden Bewerbungen per E-Mail oder per Post an das Unternehmen versandt. Bewerbungen enthalten gezwungener Maßen personenbezogene Daten, sodass hier das Bundesdatenschutzgesetz zu deren Schutz zur Anwendung kommt. Das Bundesdatenschutzgesetz (§ 35 Abs. 2 Nr. 3) sagt eindeutig, dass personenbezogene Daten gelöscht werden müssen, sobald der Zweck dafür entfällt.

Das bedeutet im Klartext: Sobald die angebotene Stelle besetzt ist, für die sich der/die Bewerber/in einst beworben hat, fällt auch der Zweck der Datenspeicherung weg. Die Daten müssen also gelöscht werden. Viele Unternehmen fragen jedoch in ihrem Absageschreiben, ob Sie die Bewerberdaten für weitere, folgende Projekte in naher Zukunft erfassen dürfen, damit ein schnellerer Informationsaustausch gewährleistet ist.
Dies ist nur mit einer persönlichen Einwilligung des Bewerbers erlaubt und erfordert eine schriftliche Erklärung des Unternehmens.

Der einzige Grund warum Unternehmen Bewerberdaten ohne Einwilligung eine gewisse zeit aufbewahren dürfen ist, wenn Unternehmen sich gegen eine Diskriminierungsklage wappnen möchten. Die Aufbewahrungspflicht beläuft sich auf rund 3 Monaten.

Demnach hat das Unternehmen genug Zeit, um in einem Prozess den Vorwurf der Diskriminierung abwehren zu können. Wenn die Frist abgelaufen ist, sind sämtliche Bewerberdaten zu löschen. (Anschreiben, Zeugnisse, Lebenslauf usw.).